Pressemitteilung: Fahrgäste fordern Ende von Flickenteppich bei Zusatzangeboten zum Deutschlandticket
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Fahrgastbeirat

Aachen

Sitzung August 2026

27.08.2026

Zusammenfassung

In der Sitzung wurde über den Stand der Klimatisierung der ASEAG-Busflotte und über das Problem der Verfrühungen von Bussen berichtet. Weitere Themen waren der Rheinlandtarif mit dem Preissprung auf der Relation Aachen–Baesweiler, der Erwerb internationaler Tickets an den Fahrkartenautomaten von go.Rheinland sowie die Vorbereitung der Jahrestagung 2026.

Aktuelles

Klimaanlagen in Bussen

Anlass des Berichts war unter anderem eine Anfrage des Fahrgastbeirates zu Echtzeitinformationen über die Klimatisierung von Bussen sowie zur Ausstattung der neu beschafften Fahrzeuge. Derzeit sind 100 von insgesamt 230 Fahrzeugen der ASEAG mit einer Klimaanlage ausgestattet. Alle Elektrobusse sind klimatisiert, und auch die neu beschafften HVO-Busse werden mit Klimaanlagen ausgestattet. Für neu beschaffte Fahrzeuge ist eine Klimaanlage inzwischen verpflichtend vorgesehen; dies gilt auch für die von der ASEAG beauftragten Subunternehmen. Eine Nachrüstung der älteren, bislang nicht klimatisierten Fahrzeuge wurde untersucht, aufgrund der hohen Kosten jedoch nicht weiterverfolgt. Auch im Rahmen eines politischen Ratsantrags wurde eine Nachrüstung älterer Fahrzeuge nicht empfohlen; die verpflichtende Ausstattung neu beschaffter Fahrzeuge ist im Nahverkehrsplan verankert. Auch in nicht klimatisierten Fahrzeugen soll eine ausreichende Belüftung und Klimatisierung des Fahrgastraums sichergestellt werden.

Die Wirksamkeit der bestehenden Regelung wurde hinterfragt, da Subunternehmen teilweise günstigere gebrauchte Fahrzeuge ohne Klimaanlage einsetzen. Die alleinige Verpflichtung zur Klimatisierung neu beschaffter Fahrzeuge entfalte daher nur begrenzte Wirkung. Angeregt wurden alternative Modelle, etwa Anreize für Subunternehmen, klimatisierte Fahrzeuge einzusetzen.

Echtzeitinformationen darüber, ob ein bestimmter Bus klimatisiert ist, können derzeit nicht über movA angezeigt werden. Seitens der ASEAG wird eine solche Information als nur eingeschränkt hilfreich eingeschätzt, da Fahrgäste in der Regel auf eine konkrete Verbindung angewiesen seien. Im Fahrgastbeirat wurde hingegen die Auffassung vertreten, dass eine Darstellung der Klimatisierung in movA wichtig sei; auch andere Angebote wie eezy oder E-Tretroller seien in movA integriert, obwohl nicht alle Fahrgäste diese nutzten. Grundsätzlich wurde die Möglichkeit diskutiert, Fahrzeugdaten wie Klimatisierung, Fahrzeugart (Standard- oder Gelenkbus) oder Ausstattung mit einer Rampe in den digitalen Auskunftssystemen darzustellen. Andere Verkehrsunternehmen stellen vergleichbare Informationen bereits bereit; bei den Subunternehmen sei die Datenlage allerdings schwieriger.

Eine Kennzeichnung klimatisierter Busse durch Aufkleber am Fahrzeug ist derzeit nicht vorgesehen. Alle ASEAG-Busse entsprechen den geltenden Standards zur Barrierefreiheit.

Verfrühungen von Bussen

Hintergrund einer umfangreichen Präsentation waren regelmäßige Beschwerden von Fahrgästen darüber, dass Busse Haltestellen vor der vorgesehenen Abfahrtszeit verlassen. Dargestellt wurden die Anteile der Verfrühungen in der Stadt Aachen und in der StädteRegion Aachen für das Jahr 2025 sowie für die ersten sechs Monate des Jahres 2026. Die Werte für die StädteRegion liegen vergleichsweise hoch; die Auswertung für 2026 war zum Zeitpunkt der Sitzung noch nicht abgeschlossen. Erläutert wurden außerdem mögliche Ursachen für Verfrühungen sowie Maßnahmen, mit denen diesen entgegengewirkt werden soll.

Nach den Vorgaben des Nahverkehrsplans werden Verfrühungen von mehr als einer Minute nicht toleriert. Die Leitstelle kann das Fahrpersonal bei auftretenden Verfrühungen in Echtzeit informieren. An Zeitkontrollpunkten ist eine Verfrühung grundsätzlich nicht zulässig; entsprechende Zeitkontrollpunkte sind allerdings nicht auf allen Linien vorhanden. Für Laurensberg wurde berichtet, dass sich die Situation verbessert hat und Busse dort inzwischen länger an den Haltestellen stehen.

Fahrgäste werden gebeten, konkrete Fälle von Verfrühungen möglichst zeitnah unter Angabe von Linie, Uhrzeit, Haltestelle und – wenn möglich – der Fahrzeugnummer („KOM-Nummer“) zu melden. Solche Meldungen sind auch wichtig, wenn sie sich auf Fahrten von Subunternehmen beziehen, bei denen eine direkte Rückmeldung häufig nicht möglich ist; sie fließen in die statistische Auswertung ein. Das Problem ist insbesondere in der Eifel ausgeprägt; dort komme es teilweise vor, dass ganze Ortschaften übersprungen werden, wenn sich keine Fahrgäste im Bus befinden, die dorthin fahren wollen.

Angeregt wurde, Verfrühungen auch in den digitalen Fahrgastinformationen bzw. Apps darzustellen. Dies sei derzeit nicht möglich, wird aber technisch grundsätzlich für machbar gehalten. Angemerkt wurde zudem, dass das Warten an Zeitmesspunkten nicht immer zuverlässig erfolge und die derzeit akzeptierte Verfrühung von 59 Sekunden nicht ausreichend sei. Aus Sicht der Fahrgäste sei insbesondere wichtig, dass die Echtzeitinformationen zur Position der Busse entlang einer Linie zuverlässig sind, sodass erkennbar ist, ob sich ein Bus vor, an oder bereits hinter der eigenen Haltestelle befindet.

Rheinlandtarif: Preissprung Aachen–Baesweiler

Der Rheinlandtarif wurde bereits in der Sitzung im Mai 2026 ausführlich thematisiert. In einer Zwischensitzung wurde insbesondere die neue Tarifstruktur für die Relation Aachen–Baesweiler diskutiert, da sich dort im Bartarif ein deutlicher Preissprung ergeben hat. Vorgestellt wurden der politische Beschluss zum Rheinlandtarif, dem alle Gebietskörperschaften – auch Baesweiler – zugestimmt haben, sowie die strategischen Leitplanken des neuen Tarifs. Der Preissprung auf der Relation ist insbesondere auf die Aufhebung einer bisherigen Sonderregelung zurückzuführen. Der neue eezy.nrw ist auf der Relation Aachen–Baesweiler günstiger als die bisherigen Tarifangebote, sowohl im konventionellen Bartarif als auch gegenüber dem bisherigen eezy.nrw im AVV-Tarif.

Kritisch wurde angemerkt, dass die Logik der neuen Tarifstruktur, die sich an der Anzahl der durchfahrenen Kommunen statt an der zurückgelegten Entfernung orientiert, nicht unmittelbar nachvollziehbar sei. Erneut wurde darauf hingewiesen, dass eezy.nrw derzeit noch nicht von Minderjährigen eigenständig genutzt werden kann; eine entsprechende Nutzung soll voraussichtlich 2027 in der naveo-App realisiert werden. Als Anregung wurde ein Zeittarif eingebracht. Vor dem Hintergrund des gerade neu eingeführten Rheinlandtarifs sei eine entsprechende Änderung im derzeitigen Umsetzungsstand allerdings nicht mehr realisierbar; zudem würde ein rein zeitbasierter Tarif nicht allen Fahrgästen gerecht, da sich eine Busfahrt etwa durch Staus erheblich verlängern und dadurch verteuern kann. Zur möglichst fairen und sowohl vom tatsächlichen Verkehrsaufkommen als auch von der klassischen Preisstufenlogik unabhängigen Preisgestaltung wurde der luftlinienbasierte eezy.nrw-Tarif eingeführt.

Gefragt wurde, weshalb keine eezy-Tickets auf Papier an Fahrkartenautomaten angeboten werden. eezy.nrw ist als smartphonebasiertes, landesweit angelegtes Handyticketangebot konzipiert. Eine allein auf den AVV beschränkte Papierlösung wäre mit diesem Ansatz nur schwer vereinbar und würde faktisch zu einer regionalen Insellösung führen. Zudem beruht die einfache Nutzung von eezy.nrw wesentlich auf dem digitalen Ein- und Auschecken und der Luftlinienberechnung unter Berücksichtigung der tatsächlich zurückgelegten Fahrtstrecke; diese Funktionsweise lässt sich mit einem Papierticket am Fahrkartenautomaten nur schwer übertragen. Zum Thema gab es aus der Bevölkerung lediglich eine Beschwerde per Mail an den Fahrgastbeirat.

Fahrkartenautomaten von go.Rheinland: Erwerb internationaler Tickets

Berichtet wurde über Schwierigkeiten beim Erwerb des Euregiotickets an den Fahrkartenautomaten von go.Rheinland: Wird ein Ziel wie Eupen eingegeben, wird das Ticket nicht angezeigt; stattdessen ist die Auswahl einer Preisstufe o. ä. erforderlich. Diese Schilderung wurde von go.Rheinland grundsätzlich bestätigt. Ziele innerhalb des Geltungsbereichs des Rheinlandtarifs werden bei Eingabe des Ziels automatisch angezeigt; das Euregioticket ist derzeit nur über den Katalogverkauf auffindbar. Go.Rheinland arbeitet an einer Lösung; künftig sollen Tickets wie das Euregioticket in einer eigenen Kategorie unter „Touristische Tickets“ zu finden und dadurch einfacher auszuwählen sein.

Darüber hinaus wurde der grundsätzliche Aufbau der Ticketauswahl an den Automaten von go.Rheinland vorgestellt und aufgezeigt, wo die verschiedenen Ticketarten, insbesondere internationale Tickets, zu finden sind. Die geäußerten Beschwerden, insbesondere hinsichtlich der nicht vollständig über die Zielwahl auffindbaren grenzüberschreitenden Ziele, werden an go.Rheinland weitergegeben. In einer anschließenden Fragerunde wurde u. a. über die Buchung und Auswahl von Tarifen an Fahrkartenautomaten sowie den weiteren Bestand und die Nutzung der DB-Automaten am Hauptbahnhof gesprochen. Der „Region3-Tarif“ ist auch an den Automaten der ASEAG erhältlich; bei Auswahl der Fahrstrecke Aachen–Eupen werden verschiedene Tickets wie Einzelticket oder 24-Stunden-Ticket mit der Preisstufe Region3 angezeigt.

Informationen von der Verwaltung

Auf den nächsten Mobilitätsausschuss am 14.09.2026 wurde hingewiesen.

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