11. Netzwerk Jahrestagung – 09.–10. Oktober 2026 in Aachen · Grenzüberschreitender Verkehr: Deutschland, Niederlande & Belgien im Vergleich
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Fahrgastbeirat

Aachen

Sitzung Mai 2026

07.05.2026

Zusammenfassung

In der Sitzung wurde der neue Rheinlandtarif vorgestellt, der zum 01.06.2026 eingeführt wird. Zudem wurden der Förderantrag für die Schnellbuslinie SB63, die Fahrplanmaßnahmen 2026, der Stand der Elektrifizierung der ASEAG-Flotte und die neue Webseite des Fahrgastbeirates besprochen. Weitere Themen waren die Ersatzhaltestelle am Elisenbrunnen und die Planung der Jahrestagung 2026.

Aktuelles

Tarifreform im Rheinland

Im Zuge der Tarifreform AVV/VRS wird zum 01.06.2026 der neue Rheinlandtarif eingeführt, der den bisherigen AVV- und VRS-Tarif zu einem gemeinsamen Tarif fusioniert. Künftig soll das Deutschlandticket als zentrales Angebot für Vielfahrende dienen, während der luftlinienbasierte, digitale eezy.nrw-Tarif das zentrale Angebot für Gelegenheitsnutzende darstellt. Der Rheinlandtarif ergänzt dieses Angebot als Alternative für Fahrgäste, die diese Produkte nicht nutzen möchten, und umfasst spezifische Angebote für unterschiedliche Zielgruppen (Schüler*innen, Sozialbedürftige usw.).

Kritisch wurde angemerkt, dass Kinder eezy.nrw derzeit noch nicht eigenständig nutzen können und dadurch im Rheinlandtarif benachteiligt werden. Die Systemhersteller in NRW befinden sich derzeit in der Umsetzung der Möglichkeit zur eigenständigen Nutzung von eezy.nrw durch Minderjährige. Da eezy.nrw ein landesweiter Tarif ist, werden entsprechende Entscheidungen gemeinsam auf Landesebene getroffen; die Verbundgesellschaft wird Anregungen auf Landesebene einbringen. eezy.nrw ist als smartphonebasierter Tarif konzipiert und derzeit ausschließlich über das Smartphone nutzbar.

Der Zugang zu vergünstigten Schülertickets bleibt an die Entscheidungen der Schulträger gebunden. Mit Umsetzung des Rheinlandtarifs gibt es keine rein schulwegebezogenen Schülerprodukte ohne Freizeitanteil mehr. Das School&Fun-Ticket sowie die Schülerjahreskarte werden durch das Schülerticket im Rheinland abgelöst, das einen Freizeitanteil für das gesamte Rheinland aufweist.

Die Monatskarten bleiben aus förderrechtlichen Gründen erforderlich, da sie als Referenzprodukte für Sozialtickets dienen. Das 5-Euro-P+R-Ticket ist kein Verbundtarif und bleibt daher von der Reform unberührt. Die Altersgrenze bei Kindertickets liegt bei 14 Jahren. Rückfahrten bei Tickets mit Zeitbeschränkung bleiben weiterhin verboten.

Förderantrag SB63

Die Stadt Aachen hat in Abstimmung mit der StädteRegion Aachen, der ASEAG und dem AVV eine Landesförderung (Betriebskostenzuschuss) für die Schnellbuslinie SB63 (Aachen – Roetgen – Simmerath) beantragt. Die Bewilligung wird im Sommer 2026 erwartet. Gefördert werden soll die bestehende Leistung (30-Min-Takt); zudem sind mehr Fahrten in Abendstunden und eine Taktverdichtung am Wochenende geplant. Neue Fahrzeuge sind verpflichtend und werden über eine Klimaanlage verfügen. Die SB63 ist bereits beschleunigt unterwegs und hält nur an ausgewählten Haltestellen; eine weitere Beschleunigung ist für die Förderung nicht erforderlich, wird aber punktuell überprüft. Die Verknüpfung mit der Linie 63 (Simmerath – Vogelsang – Schleiden) ist beabsichtigt und befinden sich noch in der Betriebsabstimmung. Die förderberechtigte Relation von Aachen nach Kall (Kreis Euskirchen) wurde nicht vollumfänglich beantragt.

Pontstraße

Die politische Beratung im Mobilitätsausschuss Ende April zur Pontstraße wurde auf die Juni-Sitzung vertagt. Es geht u. a. darum, ob der Linienverkehr in der Pontstraße bleiben soll oder ob sie in die Wüllnerstraße in Fahrtrichtung stadtauswärts verlegt wird (wie während der Baumaßnahme Pontstraße). Eine solche Veränderung würde zahlreiche infrastrukturelle Vorhaben im Umfeld auslösen (Haltestellen, Fahrspuren, LSA), wofür zusätzliche Ressourcen benötigt werden.

Fahrplanmaßnahmen 2026

Der „NetLiner Haaren“ wird aufgrund geringer Nachfrage nach Ablauf der Förderung zum Fahrplanwechsel Anfang September 2026 eingestellt. Die Finanzierung für die Ortsbuslinie OL1 ist im Haushalt bis Ende 2027 gesichert; eine Optimierung des Linienweges auf Basis von Bürgereingaben und Wünschen der Politik wird überprüft. Zudem erfolgt ein „Ästetausch“ auf den Linien 43 (zukünftig vom Elisenbrunnen kommend endend im Bushof) sowie 16/46 (Durchbindung bis Laurensberg/Richterich). Die bisherige Linienführung aus dem Westen kommend über den Bushof in Richtung Norden wurde als umwegig und wenig attraktiv bewertet.

Fahrpersonal, Betriebsstabilität, E-Busse, Elektrifizierung der ASEAG-Flotte

Derzeit umfasst die ASEAG-Flotte 91 E-Busse (35 % der Flotte), weitere 25 werden im 2. Halbjahr 2026 erwartet. Alle Dieselbusse werden mit nachhaltigem synthetischen Dieselersatz aus Abfall- und Reststoffen („HVO100“) betrieben, der bis zu 90 % weniger als herkömmlicher Diesel emittiert. Die Bestuhlung kann angepasst werden, jedoch mit zusätzlichen Kosten. HVO-Busse sind für längere Strecken und als Ersatzfahrzeuge vorgesehen, z. B. in Umläufen, in denen E-Busse an ihre Grenzen kommen. Alle neu beschafften Fahrzeuge sind klimatisiert.

97,9 % der Soll-Betriebsstunden in 2025 wurden bedient. Der Krankenstand ist stabil. Es werden weiterhin mehr Abgänge als Zugänge beim Personal verzeichnet. Ca. ein Drittel des Fahrpersonals sind Frauen.

Neue gestaltete Webseite

Es wurde über die neue Webseite des Fahrgastbeirates Aachen berichtet, die Informationen zu Sitzungen, Berichten und Beschlüssen sowie Möglichkeiten zur Darstellung der Jahrestagung, aktuellen Themen und vielem mehr bietet.

Jahrestagung

Die Jahrestagung findet am 9.–10. Oktober 2026 statt. Weitere Informationen finden sich auf der Seite zur Jahrestagung.

Sonstiges

Ersatzhaltestelle Elisenbrunnen

Aufgrund einer Baumaßnahme an der Sparkassen-Hauptfiliale ist am Elisenbrunnen eine Ersatzhaltestelle eingerichtet. Die Orientierung ist schwierig, die Lage der Ersatzhaltestelle wird bemängelt, eine DFI-Anzeige fehlt. Auch die Wegweisung und Information, fehlende Ankündigungen im Bus sowie das Fehlen von Sitzgelegenheiten wurden kritisiert. Zudem weist die Ersatzhaltestelle nur über eine ungünstige Baustellenrampe eingeschränkte Barrierefreiheit auf. Die Punkte werden für eine Diskussion mit der ASEAG mitgenommen.

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